Über Glance

GLANCE ist den Auswirkungen des Klimawandels in Fließgewässern auf der Spur

Genaue Kenntnis von präferierten Abflussbedingungen ist eine wichtige Voraussetzung für Vorhersage von Änderungen der Artengemeinschaft

Das Forschungsprojekt GLANCE ist ein vierjähriges (2014-2018), vom BMBF gefördertes Projekt, das am Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin angesiedelt ist. GLANCE untersucht vor dem Hintergrund des Klimawandels die Auswirkungen von veränderten Abflussbedingungen in Fließgewässern auf das Makrozoobenthos (z.B. Insektenlarven oder Muscheln).

Der globale Wandel wird Süßwasserökosysteme besonders stark verändern, z.B. durch längere Trockenperioden, häufigere und höhere Hochwasserereignisse, oder die verringerte Versorgung mit Süßwasser. Bäche und Flüsse werden dabei besonders anfällig für globale Veränderungen erachtet, da sie sensibel auf Änderungen des Abflusses reagieren und große Bedeutung für die Menschen haben. Wegen der komplexen Wechselwirkungen zwischen der Hydrosphäre und Biosphäre zählen ihre Bewohner zu den am meisten gefährdeten Arten. Doch bisher werden die vorherrschenden Prozesse eher qualitativ verstanden, und es ist nicht möglich den Einfluss der Änderungen auf die Funktion der Fließgewässer vorauszusagen. Es ist offensichtlich, dass ein solch unvollständiges Verständnis unsere Fähigkeit behindert, die relevanten Auswirkungen des globalen Wandels in Flüssen assoziiert zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren.

GLANCE hat zum Ziel diese Forschungslücken von verschiedenen Seiten her zu schließen: Zunächst werden hierfür die Bedürfnisse (Präferenzen und Toleranzen) bestimmter Arten im Hinblick auf hydrologische (z.B. Abfluss)  und hydraulische (z.B. Fließgeschwindigkeit) Umgebungsbedingungen ermittelt, unter Berücksichtigung von anderen wichtigen Einflussgrößen wie z.B. Wassertemperatur und Landnutzung. Finden sich hier signifikante, quantitative Zusammenhänge, ermöglichen diese die Analyse eines Wandels in der Artengemeinschaft bei sich ändernden Abflüssen. Mit Modellen können hierdurch Auswirkungen des Globalen Wandels auf Fließgewässerökosysteme abgeschätzt werden.

Für drei Regionen in Deutschland entwickelte Vohersagemodelle geben Aufschluss über gegenwärtige und zukünftige, geänderte Abflussbedingungen

Zunächst erfolgt eine Quantifizierung der ökologischen Bedürfnisse des Makrozoobenthos durch statistische Auswertung von vorhandenen Daten und Probenahmen. Einerseits werden vorhandene deutschlandweite Daten statistisch ausgewertet. Andererseits werden in drei Einzugsgebieten Deutschlands ( Tiefland: Treene, Mittelgebirge: Kinzig, Alpenraum: Ammer) gekoppelte hydrologisch‐hydraulische Modellsysteme erstellt.

Die Ergebnisse der Modellierungen sind hydrologische und hydraulische Parameter unter derzeitigen und zukünftigen Bedingungen. Die Erkenntnisse, die durch die Modellierung, Probennahmen und Datenanalysen gewonnen wurden, können dann in Vorhersagemodelle integriert werden, um Auswirkungen der Abflussänderungen auf das Makrozoobenthos zu modellieren. Es soll schließlich versucht werden, entsprechende Daten auf europäischer oder globaler Ebene zusammen zu tragen und vergleichend zu analysieren, um die Ergebnisse zu extrapolieren.

Forschungsergebnisse dienen effizienterem Gewässermanagement

Es wird erwartet, dass die Ergebnisse langfristig dazu beitragen, dass Ausgaben für Gewässerbewirtschaftung effizienter eingesetzt werden können, z.B. durch Planung geeigneter Monitoringprogramme oder durch die verbesserte Erfolgsabschätzung bei Renaturierungsmaßnahmen. Durch die vereinbarte Kooperation mit der  Bund/Länder‐Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) und dem Umweltbundesamt wird die Übergabe der Ergebnisse in die wasserwirtschaftliche Praxis angestrebt.

Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns bitte, wir freuen uns über Ihre Anfragen.