Laufende Projekte

Wandel - Wasserressourcen als bedeutende Faktoren der Energiewende auf lokaler und globaler Ebene

Weitere Informationen auf folgender Webseite

Wasser und Energie sind für eine nachhaltige Entwicklung global und in Deutschland von zentraler Bedeutung. Im Mittelpunkt von WANDEL steht die Fragestellung, ob eine Einschränkung der Wasserverfügbarkeit den Einsatz konventioneller Energiesysteme begrenzt und somit die Energiewende beschleunigt, oder diese sogar verlangsamt. In WANDEL werden erstmalig die Auswirkungen der Energieerzeugung auf Wasserressourcen nicht nur lokal und regional (am Beispiel von vier Fallstudien in Deutschland, Brasilien und Marokko) aufgezeigt, sondern auch die Fernauswirkungen auf andere Regionen weltweit, unter Berücksichtigung der Wasserverfügbarkeit, untersucht. WANDEL verfolgt einen interdisziplinären Ansatz mit mehrskaliger Betrachtung der direkten und indirekten Auswirkungen der Energieerzeugung auf die Ressource Wasser. Dabei werden datenbasierte und  modellbasierte Analysen verschiedener Energieszenarien mit ihren direkten und Fernauswirkungen auf den Wassersektor verknüpft. Regulatorische und technische Lösungen zur Reduktion negativer Auswirkungen werden fallstudienspezifisch ausgearbeitet, qualifizierte Beratungsleistungen erbracht und Ergebnisse innovativ in einem Web-GIS dargestellt und nutzbar gemacht.

AFL - Alliance for Freshwater Life

Die Vision: Eine Welt, in der die Menschen unter die Wasseroberfläche schauen – um die Süßgewässerbiodiversität zu verstehen, zu schätzen und zu schützen.

Weitere Informationen auf folgender Webseite

Obwohl Binnengewässer weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen unseres Planeten. – Noch, denn Flüsse und Seen sind von einem rasanten Rückgang der biologischen Vielfalt betroffen. Ursachen dafür sind Gewässer- und Landnutzungskonzepte, in denen der Schutz der Süßgewässerbiodiversität nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Im Rahmen der World Water Week  in Stockholm wurde im August 2018 die Alliance for Freshwater Life (AFL: Allianz zum Schutz der Biodiversität in Süßgewässern) offiziell vorgestellt. Die AFL ist ein internationales Netzwerk von aktuell 23 Partnern, das von fünf Säulen getragen wird: Forschung; Daten und Synthese; Öffentlichkeitsarbeit und Bildung; Naturschutz; Politik. Initiiert wurde die AFL unter anderem von Forschenden des IGB. Die AFL ist für alle Teilnehmenden aus Forschung, Naturschutz und Politik ein Bekenntnis, ihre Expertisen zu bündeln und das Thema auf die politische und gesellschaftliche Agenda zu heben.

Werden Sie Teil des Netzwerks 

MEGAFAUNA - Diversität und Gefährdungsmuster der Süßwasser-Megafauna

Seen und Flüsse bedecken nur etwa ein Prozent der Erdoberfläche, beherbergen aber ein Drittel aller Wirbeltierarten weltweit. Doch das Leben in den Binnengewässern ist stark bedroht. Ziel des Projekts ist es, ein umfassendes Bild der globalen Süßwasser-Megafauna zu erhalten. Dies umfasst die Tiere, die einen wesentlichen Teil ihrer Lebensgeschichte in Süßwasser- oder Brackwasserökosystemen verbringen und ein Körpergewicht von 30 kg oder mehr erreichen können. Fünf Forschungsfragen sind in dieses Projekt eingebettet:

  • Wo liegen die Regionen mit Süßwasser-Megafauna-Diversitäts-Hotspots?
  • Wo finden sich Regionen mit potenziellen Konflikten zwischen menschlichen Aktivitäten und der Vielfalt der Süßwasser-Megafauna?
  • Was sind die wichtigsten Bedrohungen für die Süßwasser-Megafauna?
  • Wie haben sich die Populationen der globalen Süßwasser-Megafauna in den letzten vier Jahrzehnten verändert?
  • Welche Faktoren bedingen das Aussterben von Süßwasser-Megafauna?

Im Rahmen des Projekts wurde eine umfassende Süßwasser-Megafauna-Datenbank mit Informationen über deren Verbreitung, Erhaltungszustand, Hauptbedrohungen, Populationsveränderungen und lebensgeschichtliche Merkmale eingerichtet.  Darüber hinaus wurde das Potenzial der Süßwasser-Megafauna zur Förderung des Schutzes der Biodiversität in Süßwasserökosystemen untersucht.

Erste Antworten auf die gestellten Fragen können Sie in den folgenden Studien und Links nachlesen.

He F, Zarfl C, Bremerich V, David JNW, Hogan Z, Kalinkat G, Tockner K, Jähnig SC. 2019. The global decline in freshwater megafauna populations. Global Change Biology. DOI: 10.1111/gcb.14753

He F, Bremerich V, Zarfl C, Geldmann J, Langhans SD, David JNW, Darwall W, Tockner K, Jähnig SC. 2018. Freshwater megafauna diversity: patterns, status and threats. Diversity and Distributions 24(10):1395-1404.

He F, Zarfl C, Bremerich V, Henshaw A, Darwall W, Tockner K, Jähnig SC. 2017. Disappearing giants: a review of threats to freshwater megafauna. WIREs Water, e1208.

Carrizo SF, Jähnig SC, Bremerich V, Freyhof J, Harrison I, He F, Langhans SD, Tockner K, Zarfl C, Darwall W. 2017. Freshwater Megafauna: Flagships for Freshwater Biodiversity under Threat. BioScience 67(10):919–927.

Weitere Informationen zum Thema bedrohte aquatische Biodiversität:

Dieses Projekt wurde im Rahmen der SMART Joint Doctorate (Science for the MAnagement of Rivers and their Tidal Systems) durchgeführt, das mit Unterstützung des Erasmus Mundus Programms der Europäischen Union finanziert wurde. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.riverscience.it/

Lebendiges Wasser - Forschungsagenda zur biologischen Vielfalt der Binnen- und Küstengewässer

Binnen- und Küstengewässer beherbergen eine einzigartige Vielfalt an Leben. Gleichzeitig gehören Bäche, Flüsse, Seen, kleine Stillgewässer, Feucht- und Mündungsgebiete sowie das Grundwasser in Deutschland – und weltweit – zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen. Im Gegensatz zu Land- oder Meerökosystemen steht der Verlust der biologischen Vielfalt in Binnengewässern jedoch bisher kaum im öffentlichen Fokus. Forschende aus 20 deutschen Wissenschaftseinrichtungen möchten die „stille“ Krise ins Bewusstsein rücken und haben eine gemeinsame Forschungsagenda vorgelegt. Das unter Federführung von Dr. Sonja Jähnig, Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), verfasste Positionspapier wurde im Rahmen des 15. BMBF-Forums für Nachhaltigkeit (FONA) in Berlin vorgestellt.

Für weitere Informationen besuchen Sie den folgenden Link oder werfen Sie einen Blink in die Agenda:

Jähnig SC, Adrian R, Arlinghaus R, Becks L, Behrmann-Godel J, Berendonk T, Borchardt D, Dutz J, Freyhof J, Gaedke U, Geist J, Gessner M, Großart H-P, Haase P, Hahn HJ, Hering D, Hölker F, Jeschke J, Jürgens K, Kremp A, Kube S, Labrenz M, Leese F, Pätzig M, Pauls S, Piontek J, Pusch M, Schäfer RB, Schneider J, Sommerwerk N, Stöck M, Straile D, Suhling F, Wagner A, Weitere M, Weithoff G, Winkelmann C, Worischka S. 2019. Lebendiges Wasser: Forschungsagenda zur biologischen Vielfalt der Binnen- und Küstengewässer.

ECOWATER – Globalskalige Untersuchung der Auswirkungen veränderter Durchflussregime auf das Vorkommen von Makroinvertebraten in Fließgewässern

Weitere Informationen auf folgender Webseite

Während sich die Forschung zum Einfluss des Klimawandels auf Süßwasserökosysteme überwiegend auf die Auswirkungen prognostizierter Temperaturerhöhungen konzentrierte, ist auch zu erwarten, dass klimabedingte hydrologische Veränderungen in Form erheblicher Modifikationen des Durchflussregimes in Flüssen zu deutlichen Veränderungen in den Biozönosen führen werden.

Ziel dieses Projektes ist es, in diesem bislang kaum untersuchten Bereich durch die kombinierte Analyse von ökologischen und hydrologischen Daten bzw. Modellergebnissen, erstmalig quantitative Beziehungen zwischen Durchflussänderungen und ihren ökologischen Folgen abzuleiten. Hierzu sollen die Auswirkungen auf die Modelltaxagruppe Makrozoobenthos untersucht werden. Ziel ist es, eine für die ganze Welt anwendbare Methodik zu entwickeln, wobei wegen der guten Datenlage zunächst Europa im Fokus steht.

Vergleichende Phylogeografie und Nischendifferenzierung von Alpinen/ Subalpinen Arten der Köcherfliegengattung Himalopsyche in der Himalaya/ GTP Region

Weitere Informationen auf folgender Webseite

In der ersten Phase des Projekts "Origin and Evolution of Tibetan-Himalayan biotas" untersuchten wir die tiefe Diversifikation, Biogeografie und Nischenevolution der Köcherfliegengattung Himalopsyche in der Himalaya/QTP Region. In der zweiten Phase widmen wir uns der jüngeren Evolution innerhalb und zwischen nah verwandten Arten. Insbesondere interessieren wir uns hierbei für deren glaziale Migrations- und Verbreitungsgeschichte, sowie deren ökologische Differenzierung in alpine/subalpine Arten. Um diese Aspekte zu untersuchen werden wir 1) phylogeografische Hypothesen zu alpinen/subalpinen Arten auf Basis von genomischen multi-locus Datensätzen mittels Koaleszenz-basierten Analyseverfahren untersuchen, und 2) einen regionalen, hochaufgelösten räumlichen Datensatz von relevanten Umweltparametern für die Art-Areal-Modellierung von Wasserinsekten entwickeln.

Aufgrund dieser Ergebnisse und Daten, sowie der im assoziierten Projekt „Neogene dynamics of climate and biomes as potential drivers of diversification patterns in the Qinghai-Tibet Plateau (QTP) region“ (Projekt A: Hickler et al.) entwickelten Paläoklima- und Paläovegetationsmodelle, werden wir dann A) die genetische Populationsstruktur und Demographie der Zielarten untersuchen; B) die Nischendifferenzierung der alpinen/ subalpinen Artenpaare inklusive bevorzugter klimatischer Bedingungen und Biomanbindungen eruieren; und C) die pleistozäne Verbreitungs- und Migrationsgeschichte, sowie die genutzten glazialen Refugien anhand der molekularen Daten und Art-Areal-Modellierung ableiten. Das Projekt wird Erkenntnisse zur Bedeutung von topografischer Komplexität auf Migration von Wasserinsekten, sowie Einsichten in die Rolle von Gebirgen als Diversifikationszentren in Zeiten von Umweltveränderungen liefern.